"Hallo Gefühl, nett dich kennenzulernen !" - wie wir mit der Wut unserer Kinder umgehen können

Liebe Eltern, liebe Leser/innen,


Heute soll es um das Thema Wut gehen. Mein Name ist Federica und ich bin Erzieherin in einer Kinderkrippe. Da das Kinderbuch „Filu ist besonders“ bei uns auch einen Platz gefunden hat und dort kleinkindgerecht vorgelesen wird, haben wir beschlossen unseren Fokus auf die Gefühle in dem Buch zu setzen und arbeiten diese zusammen mit den Kindern aus.

Fotos: unsplash/v.r.n.l.: Jordan Whitt/ Ryan Franco/ Jonathan Borba


Gefühle benennen und analysieren

In unserer Kinderkrippe wurden die Gefühle benannt und detailliert erklärt. Unter diesen ganzen Gefühlen findet natürlich auch das Gefühl Wut seinen Platz. Es gehört, wie alle anderen Gefühle nämlich auch zu uns und sollte akzeptiert werden.


Diese Gefühle analysieren wir:

  • Wut

  • Traurigkeit

  • Frust

  • Erleichterung/Freude

  • Mitgefühl


Nun möchte ich, anhand meiner Erfahrungen als Erzieherin einiges mit Euch teilen und hoffe, damit eine kleine Hilfe zu sein.


Wie kannst Du also damit umgehen, wenn Dein Kind mal wütend ist?

Nicht verzweifeln

Oft fragt ihr Euch bestimmt was ihr machen sollt und seid verzweifelt, wenn Euer Kind mal wütend ist. Das ist aber ganz normal und gehört auch zum heranwachsen dazu. Wenn es passiert, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und Abhilfe zu schaffen. Lasst uns vor allem versuchen, unsere Kinder in dieser Situation zu verstehen.

Doch um nun mehr auf das Thema Wut einzugehen, möchte ich vorab ein paar meiner Gedanken mit Euch teilen:


Plötzlich ist es da

Jede:r kennt dieses meist anstrengende Gefühl, bei dem man oft denkt, man hätte keine Macht darüber. Du bist wütend und weißt manchmal garnicht wieso. Dieses Gefühl überkommt einen einfach und dann plötzlich ist es da…Wut.

Foto: unsplah/Nathan Dumlao

Wir Erwachsene wissen inzwischen, wie wir am Besten mit diesem Gefühl umgehen oder es sogar bewältigen können. Dafür mussten und müssen wir die Wut jedoch durchleben und einen Umgang damit finden. Manche von uns brauchen dann einen langen Spaziergang, andere gute Musik. Vielleicht hilft auch ein warmes Bad oder das Abreagieren beim Sport. Im Endeffekt muss jede:r selbst herausfinden, wie er/sie mit seiner/ihrer Wut bestmöglich umgehen kann.


Gefühl Wut erkennen > Hinterfragen Warum? > Tu Dir was Gutes


„Hallo Gefühl, nett dich kennenzulernen“

Vor Allem Kinder haben, was dieses überkommende Gefühl angeht, noch keinerlei Erfahrung und müssen es erst einmal kennenlernen. Sie verspüren die Wut oder den Frust einfach und wissen nicht so recht wohin damit. Im Alltag erkennt man solche Situationen beispielsweise daran, dass Kinder sich auf den Boden schmeißen und lautstark schreien oder Dinge nach einem werfen.



Wut+Wut = Doppelte Wut

Im ersten Moment werden viele Eltern in den meisten Fällen leider sauer, weil für sie der Grund der Wut nicht nachvollziehbar ist. Doch so verdoppelt sich die Wut leider nur. Es ist daher sehr ratsam, in solchen Fällen so gut es geht Ruhe zu bewahren… auch wenn es schwer fällt! ;)


MERKE:

Wut + Wut = Doppelte Wut

Wut + Verständnis = Weniger Wut


Es ist klar, dass es leider nicht immer einfach ist, direkt Verständnis für einen Wutanfall aufzubringen.


--> Genau deshalb habe ich ein paar hilfreiche Tipps für Euch: 

Schreien

Ermöglicht Euren Kindern den Umgang mit Wut. Das kann in einem „Schreiraum“ stattfinden. Oder vielleicht schreit man auch mal kurz (bspw. 10 Sekunden) laut ZUSAMMEN. Einigen wird das sehr helfen! Es wird sich befreiend anfühlen.


Wutkissen

Lasst Eure Kinder die Wut wortwörtlich „raushauen“. Egal ob mit einem Schaumstoffball gegen die Wand oder auf einem Wutkissen in Form von einschlagen.

Meditation

Macht doch mal eine kleine Meditationseinheit. Hierfür reicht tatsächlich auch nur eine Klangschale oder eine Sanduhr. Diesen Dingen kann man zuhören/zuschauen und langsam ihren Abklang miterleben. Vielleicht klingt auch das unerwünschte Gefühl ab.


Wutanfall-Hilfen:

  • Kinder einfach mal schreien lassen

  • Wutkissen oder Ähnliches anbieten

  • Eine kurze „Meditation“

Fotos: Unsplash/v.r.n.l.: Austin Pacheco/Caleb Shaver/Allen Taylor


Nimm es ernst!

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir dieses (sowie jedes andere) Gefühl unserer Kinder ernst nehmen sollten. Zudem sollten wir unseren Kindern Möglichkeiten zum Umgang mit ihrer Wut anbieten. Wie oben genannt, z.B. durch ein Wutkissen und Akzeptanz des Gefühls.


Wichtig: 
Bitte lasst uns die Gefühle unserer Kinder nie klein reden, diese belächeln oder ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht wütend sein dürfen. 

Es ist immer ratsam, die Gefühle zu verstehen, sich zum Kind auf Augenhöhe zu setzen und auch einmal zu hinterfragen, woher das Gefühl überhaupt plötzlich kommt. So lernt das Kind auch, selbst zu analysieren und auf Dauer besser mit einer solchen Situation umzugehen.




Du hast auch noch Tipps, wie wir die Wut unserer Kinder leichter verstehen und bewältigen können? --> Schreibe gerne einen Kommentar zu unserem Beitrag ! Wir freuen uns :)



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